Im Rahmen des Erasmus+ Programms fand vom 14. bis 20. April 2026 die Internationale Woche mit Schüler:innen und Lehrer:innen aus Norwegen, Spanien, Französisch-Guyana und Martinique am BG Zehnergasse statt. Neben fachlichen und kulturellen Inhalten wurde besonderer Wert auf partizipative Lernformen gelegt. Inspiriert von der Methode „Art of Hosting“ standen Dialog, Mitgestaltung und gemeinsames Lernen im Mittelpunkt.
Bereits am ersten Tag zeigte sich dieser Ansatz deutlich: Das anfängliche Kennenlernen wurde nicht nur als organisatorischer Programmpunkt verstanden, sondern bewusst als Raum für Begegnung gestaltet. Die wertschätzende Begrüßung der Gäste erfolgte durch Herrn Direktor Mag. Andreas Stich in vier Sprachen. Durch dialogische Elemente konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Augenhöhe austauschen und persönliche Erwartungen einbringen. Das Bewegungsprogramm „Simply Strong“ unterstützte dabei, eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen.
Beim Unterrichtsprogramm in der Schule wie auch beim Stadtrundgang in Wiener Neustadt wurden die Gruppen aktiv eingebunden: Fragen, Beobachtungen und Perspektiven der Teilnehmenden flossen in die Erkundung ein. So entstand kein klassischer Frontalvortrag, sondern ein gemeinsames Entdecken der Stadt. Auch beim Besuch der Fachhochschule Wiener Neustadt wurde der Austausch zwischen den internationalen Gruppen als offener Dialog gestaltet. Unterschiedliche Erfahrungen und Bildungssysteme wurden miteinander verglichen und reflektiert.
Ein Exkursionstag führte die Gruppen nach Wien. Auch hier spiegelte sich der Gedanke des „Art of Hosting“ wider: Die Führung durch das Kunsthistorisches Museum wurde von österreichischen Schülerinnen und Schülern gestaltet, wodurch ein Lernen voneinander entstand. Anstatt einer rein geführten Besichtigung entwickelten sich Gespräche über Kunst, Geschichte und unterschiedliche Sichtweisen. Bei den Erkundungen durch die Wiener Innenstadt bis zum Stephansdom hatten die Teilnehmenden zudem Gelegenheit, eigene Eindrücke zu teilen und Fragen einzubringen. Die offene Gestaltung des Nachmittags – etwa mit einem Besuch von Schloss Schönbrunn – stärkte Eigenverantwortung und individuelle Interessen.
Am dritten Tag wurde das Prinzip des gemeinsamen Lernens besonders praktisch umgesetzt. Beim Unterrichtsbesuch erhielten die Gäste Einblicke in den Schulalltag, während gleichzeitig ein Austausch über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Bildungssysteme stattfand. Der Kochworkshop zur Zubereitung von Kaiserschmarren entwickelte sich zu einem kollaborativen Prozess, bei dem Teamarbeit, Kommunikation und kulturelles Lernen ineinandergriffen. Ein weiteres Highlight bildete der Besuch des Kletterpark Hamari, bei dem Vertrauen, gegenseitige Unterstützung und gemeinsames Erleben im Vordergrund standen.
Insgesamt zeigte das Erasmus+ Programm am BG Zehnergasse eindrucksvoll, wie durch die Anwendung der Methode „Art of Hosting“ Lernen lebendig und nachhaltig gestaltet werden kann. Die Verbindung aus strukturiertem Programm und offenen Dialogformaten ermöglichte es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, aktiv mitzuwirken, Verantwortung zu übernehmen und voneinander zu lernen. Dadurch wurde nicht nur interkulturelle Kompetenz gefördert, sondern auch ein starkes Gefühl von Gemeinschaft und europäischer Verbundenheit geschaffen.
Mag.a Dr.in Ingrid Schwarz, Mag. Markus Reiter, Erasmus+ Team am BG Zehnergasse












